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Altersgerechtes Wohnen in Schwentinental – Dialog mit Perspektive

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Altersgerechtes Wohnen in Schwentinental – Dialog mit Perspektive

 

Gut besuchte Bürgerveranstaltung in Klausdorf bringt Bewegung in ein wichtiges Zukunftsthema

 

Das Thema „altersgerechtes Wohnen“ bewegt viele Menschen in Schwentinental – besonders im Stadtteil Klausdorf. Rund 60 Bürgerinnen und Bürger folgten daher am 8. Oktober der Einladung zur Dialogveranstaltung im Bürgerhaus Klausdorf, um gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt über Fortschritte, Herausforderungen und Perspektiven zu sprechen. Moderiert wurde der Nachmittag von Peter Dohse, der die Diskussion strukturiert und engagiert leitete.

Auf dem Podium diskutierten die Stadtvertreter Yavuz Yilmaz (CDU), Bernd Petersen (SPD), Herbert Steenbock (SWG), Christian Ramm (Bündnis 90/Die Grünen) und Andreas Müller (Gemeinsam vor Ort). Als Gäste begrüßt wurden außerdem Bürgermeister Thomas Haß, Dr. Niels Bunzen von der Norddeutschen Grundstücksentwicklungsgesellschaft (NGEG) sowie Frederic Lauwen vom Pflegeverbund St. Anna / Deutsch-Orden.

 

Hintergrund: Große Nachfrage, wenig Angebote

 

Bereits 2017 hatte eine Sozialraumanalyse die Situation im Stadtteil Klausdorf untersucht. Das Ergebnis war deutlich:
88 Prozent der älteren Menschen möchten im Stadtteil wohnen bleiben, doch es fehlt an bezahlbarem, barrierefreiem Wohnraum. Seitdem hat sich die Lage weiter zugespitzt: Der Anteil der über 80-Jährigen hat sich in den letzten Jahren fast verdoppelt, viele leben in Eigenheimen, die nicht altersgerecht sind. Gleichzeitig steigen Pflegebedarfe – etwa durch Demenz oder körperliche Einschränkungen.

 

Im Rahmen des Quartiersmanagements Klausdorf arbeiten engagierte Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit der AWO, dem Sozialverband und den Verdi-Senioren seit Jahren daran, das Thema im Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Politik zu halten. Veranstaltungen zu barrierefreiem Bauen, Demenz, Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung zeugen von dieser aktiven Bürgerschaft.

 

Bilanz nach zwei Jahren – wenig Fortschritte, aber neue Ansätze

 

Die Idee zur aktuellen Dialogrunde geht auf eine Befragung aus dem Jahr 2023 zurück. Damals hatten die Kommunalwahlkandidaten zugesagt, sich zwei Jahre später erneut der Diskussion zu stellen – und zu zeigen, was inzwischen erreicht wurde.

Das Ergebnis fiel allerdings gemischt aus:
Zwar sei das Bewusstsein für die Notwendigkeit altersgerechter Wohnformen gewachsen, konkrete Fortschritte jedoch blieben aus. Gründe dafür nannten die Stadtvertreter mehrere: Die Flüchtlingskrise, der Krieg in der Ukraine, der Ausbau von Kitas und Schulen sowie begrenzte Haushaltsmittel hätten viele Ressourcen gebunden.

 

Kontroverse um Klingenberg und Bergkoppel

 

Einen Schwerpunkt der Diskussion bildete der Vorschlag der Norddeutschen Grundstücksentwicklungsgesellschaft (NGEG), auf den Flächen Klingenberg und Bergkoppel ein generationsübergreifendes Wohnquartier zu entwickeln.

Dr. Niels Bunzen berichtete, dass für das Areal Vorverkaufsverträge bestehen und sogar eine landesbehördliche Genehmigung für den Bau eines Straßenzugangs zur L52 vorliege. Dennoch habe die Stadtvertretung das Projekt abgelehnt – ohne dass die Gründe heute noch klar nachvollziehbar für die Öffentlichkeit seien.

Bürgermeister Haß und Herbert Steenbock nannten als Gründe für die damalige Ablehnung des NGEG-Projektes u.a. die mangelnde Einbindung dieses Areals in die Struktur des Stadtteils, die nicht vorhandene ÖPNV-Anbindung und die gravierenden Folgen für KiTa und Schule, die sich aufgrund von 200 bis 300 zusätzlichen Wohneinheiten zwangsläufig ergeben.

 

Diese Offenheit führte zu einer lebhaften und konstruktiven Diskussion, in der sich zeigte: Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich, dass solche Chancen nicht ungenutzt bleiben.

 

Am Ende stand ein wichtiger Konsens:
Politik, Verwaltung, Wohnungswirtschaft und Bürgerschaft wollen wieder miteinander ins Gespräch kommen.
Dr. Bunzen signalisierte Bereitschaft, die Planungen an politische und gesellschaftliche Wünsche anzupassen – etwa durch Teilbebauung oder alternative Nutzungskonzepte. Der Bürgermeister und die Stadtvertreter sicherten zu, dass die NGEG ihre Pläne im kommenden Jahr erneut im Bauausschuss vorstellen darf.

 

Ein Schritt in die richtige Richtung

 

Moderator Peter Dohse fasste am Ende des Nachmittags zusammen:

„Altersgerechtes Wohnen ist kein Randthema – es betrifft uns alle, direkt oder indirekt. Es geht darum, in jedem Lebensalter selbstbestimmt in vertrauter Umgebung leben zu können. Das gelingt nur gemeinsam – mit Mut, Weitblick und Kooperation.“

 

So bleibt die Veranstaltung im Bürgerhaus Klausdorf nicht nur als sachliche Bestandsaufnahme in Erinnerung, sondern als ermutigendes Signal:
Das Thema altersgerechtes Wohnen bleibt auf der Agenda – und der Dialog darüber wird weitergeführt.

 

Fazit:

 

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie groß das Interesse und die Bereitschaft zur Mitgestaltung in der Bevölkerung sind. Nun liegt es an Politik und Verwaltung, den Schwung aufzunehmen – damit Schwentinental auch im Alter lebenswert bleibt.